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Wann i auf d’Alm geh, lass i meine Sorgen daheim!

Jede Alm ist ein eigenes kleines Universum mit ihrer charakteristischen Ansammlung von Hütten verschiedenen Baustils, der Umgebung, dem Geruch, dem Klingen der Glocken und der Seele der Sennerinnen und Sennen mit ihren Geschichten und Schmankerln, ihren Informationen zu Wetter und Wegen und ihrer Arbeit. Denn wirklich nur romantisch ist das Almleben bloß in Liedern, Gemälden und aus der verklärenden Distanz des Tales oder gar der Stadt.

Die Alm ...

... ist ursprünglich und grundsätzlich ein Wirtschaftsfaktor für die Bauern. Die Mittel- und Hochweiden entlasten den Futterbedarf im Tal, Milch und Fleisch wird durch die besondere Qualität der Weide gehalt- und geschmackvoller, die „Psyche“ der Tiere durch die Almfreiheit positiv beeinflusst. Und schließlich helfen die erzeugten Produkte – Milch, Butter, Käse, aber auch Getränkeausschank – die Bauernkassa etwas aufzufüllen.

Davor aber ist jede Menge Arbeit zu tun. Die Winterschäden an der Hütte sind auszubessern, die längst fällige Quellfassung zu bauen, Weidezäune werden neu gezogen und Weg- und Straßenschäden repariert. Für die kommenden Wochen muss Brennholz geschnitten und gekloben werden. Die Kalenderheiligen bestimmen, wie so vieles im bäuerlichen Leben, auch den Almauftrieb, der mit dem St. Urban am 25. Mai beginnt, und sich über den Bonifaz (5. Juni) oder Peter und Paul (29. Juni) bis zum Kilian (8. Juli) bewegen kann. Die Rinder müssen unbedingt vorher einige Zeit Auslauf bekommen und vor allem die Kälber müssen an ein selbstständiges Weiden gewöhnt werden.

Das Tagwerk ...

... einer Sennerin beginnt auf der Alm sehr zeitig. Die von Hand gemolkene Milch muss täglich verarbeitet werden – wenn sie heute nicht per Fahrzeug ins Tal gebracht wird. Ein Teil wird den Kälbern verfüttert. Früher wurde der „Wochenfleiß“ im schön bestickten Almfahrtl auf dem Kopf ins Tal getragen – obenauf noch ein Buschen Almrausch. Blumen, Pflanzen, Kräuter haben überhaupt ihre eigene Bedeutung auf der Alm.

Gräser, Kleearten und Kräuter sind wertvolle Nahrung für das Vieh und wenn das Gespräch auf die Kräuter kommt, wird wohl jede Sennerin viel zu erzählen wissen: von der Heilwirkung des Frauenmantel, von der Schafgarbe, des Arnika und des „grantigen Jaga“, des Johanniskraut oder der Hauswurz. Salben, Tinkturen, Säfte und Schnäpse halfen in den entlegenen Gebieten Mensch und Vieh.

Die nachfolgende Bildergalerie ist mittels Pfeiltasten (links, rechts) bedienbar.

Gar so viel, ...

... wie die vielen Geschichten und Lieder erzählen, wurde auf der Alm nicht gefeiert. Wenn es regnete, sind die Sennerinnen in der Hütte zusammengekommen, dort wurde gestrickt und gestickt – und gesungen. Auch ein „Fotzhobel“ (Mundharmonika), eine Gitarre oder Zither brachten lyrische Töne in die schlichten Hüttenstuben. Wenn die Holzknechte von einem nicht weit entfernten Schlag vorbeischauten, wurde es schnell recht lustig und musikalisch. Kam gar ein Wildschütz vorbei, hatte er es bei der Sennerin oft besonders gut – nicht zuletzt wegen des Fleisches, das eine rare Abwechslung für den Kochtopf über dem Feuer war. Zahlreiche Almgeschichten rund um die erwähnten Personengruppen sind übrigens in den Erzählungen des Heimatschriftstellers Christian Pramesberger nachzuerleben. Und alle sollen sich tatsächlich zugetragen haben.

Natürlich gab es noch die Almfeste mit viel Besuch aus dem Tal und von benachbarten Almen. Rechtzeitig zum Melken hatte man allerdings wieder in der heimatlichen Almhütte zu sein.

Schon ab Mitte August ...

... kann sein, dass die Sennerin zur „Heimfahrt“ rüstet. Spätestens die Schafmusterung im September ist eindeutiges Zeichen für den einkehrenden Herbst. Für Besucher werden nun „Reifbüscherl“ gefertigt und auch am Schmuck für die Häupte der Kühe wird gearbeitet, aber nur wenn kein Unglück auf der Alm geschehen war. Denn bei einem Verlust von Vieh oder gar einem Todesfall auf dem Hof wird ungekränzt zu Tal gestiegen.

Almgebäck wie die „Almraunkerl“ wurden früher am Weg nach Hause ausgeteilt, jetzt sind sie in der Hütte oder eben Daheim zu haben. Das sentimentale Gefühl, dass sich jetzt nach vielen Wochen auf der Alm, einstellt, ist in sehr vielen Almlieder wiederzufinden: „Foan ma hoam …“, „Da Summa der is außi …“, sind nur zwei Liedanfänge von im Inneren Salzkammergut bekannten Almabschieds-Liedern. Viele Almen in der Region sind noch bewirtschaftet, über kürze oder längere Wegstrecken erreichbar und bieten rund um die Hütten auf den Weiden und umliegenden Gipfeln wunderbare Erholung. Bergwandern wird in der Dachstein Salzkammergut übrigens „Almern“ genannt.

In diesem Sinn wünschen wir allen die unsere Almen besuchen jenes Gefühl, dass die Einheimischen so gerne genießen. Wie es sich genau anfühlt, müssen Sie schon selber herausfinden.

 

Interessante traditionelle Veranstaltungen jedes Jahr im September

  • Schafmusterung auf der Hütteneckalm in Bad Goisern
  • Schaftag in Gosau
  • Almfest und Bergmesse auf der Rossmoosalm
  • Almabtrieb in Gosau

Unser besonderer Tipp

Almfrühstück auf den Almhütten im Inneren Salzkammergut

Informationen

Ferienregion Dachstein Salzkammergut
Tourismusverband Inneres Salzkammergut
Kirchengasse 4, 4822 Bad Goisern am Hallstättersee
Tel.: +43 6135 8329
info@dachstein-salzkammergut.at

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